Elektroautojahr 2018 - das Fazit

E-Zulassungen 2018: die Schweiz fällt weiter zurück und BMW wird zum beliebtesten Importeur

In der Schweiz (und dem Fürstentum Lichtenstein) wurden 2018 knapp unter 300‘000 Neuwagen zugelassen. Dies entspricht 4.6% weniger Immatrikulationen als im Vorjahr. Der Anteil der teil- und vollelektrischen Fahrzeuge nahm weiter zu: 6.9% der Neuwagen sind elektrifiziert, 3.2% haben einen Stecker. In der EU wird deutlich mehr elektrifiziert, die Schweiz fällt im E-Ranking damit weiter zurück. Und der beliebteste Steckerfahrzeug-Importeur kommt neu aus Bayern.

Die weitere Zunahme der Elektrifizierung entspricht den Erwartungen: Elektroautos (BEV) legten um 7% zu. Dies entspricht einem Marktanteil von 1.7%. Der Neubestand an teil- und vollelektrifizierten Fahrzeugen steigerte sich gar um 22.9% im Vergleich zum Vorjahr. Neu ist der Renault Zoé Spitzenreiter bei den Elektroautos, der Mitsubishi Outlander der meistverkaufte Plug-In. Und die Schweiz wird zum BMW-Land. Die Bayern werden zum beliebtesten Steckerfahrzeuganbieter im Land.

Mit Blick nach Europa sind die Zulassungszahlen jedoch ernüchternd. Die EU geht in Sachen Umsetzung der Emissionsvorgaben im Individualverkehr zielgerichteter vor, was sich in den Absatzzahlen bei den Elektroautos niederschlägt. Das  weist die Zunahmen der Alternativantriebe in den Fahrzeugflotten (und nicht Neuzulassungen) aus. Dabei hat die EU bei den rein elektrischen Autos 2018 um 31.6% zugelegt und damit deutlich mehr als die Schweiz (+22.5%). Wir fallen somit im Europäischen Ranking weiter zurück. 

2018 lag der Anteil der neu zugelassenen Steckerfahrzeuge in der Schweiz bei 3.2% und somit immer noch deutlich unter Branchen- (10% für 2020) und Bundesziel (15% bis 2022). Die zur Zielerreichung nötigen Verdrei- resp. Verfünffachung der Steckerfahrzeuge bleiben sehr ambitioniert und werden ohne Zutun wohl kaum erreicht. Der fällt somit noch grössere Bedeutung zu. Es sind marktorientierte Massnahmen gefragt, welche den Aufbau des Ladenetzes und den Absatz von elektrischen Fahrzeugen substantiell erleichtern und fördern.

Die weitere Zunahme von fossilen 4x4-Fahrzeugen in einem kleineren Gesamtmarkt sind zudem kein vielversprechender Indikator für die CO2-Emissionswerte bei der Neuwagenflotte. Die Ergebnisse des Vorjahrs werden traditionsgemäss erst im Frühsommer kommuniziert. 2017 musste bereits, zum ersten Mal in diesem Jahrtausend, wieder eine Zunahme verzeichnet werden. Zur Zielerreichung (95g CO2/km für 2021) wäre 2018 eine massive CO2-Reduktion der Neuwagenflotte nötig. Damit ist, aufgrund der nun vorliegenden Absatzzahlen, bei weitem nicht zu rechnen. Auch hier dürfte sich der Rückstand zur EU (wir lagen 2017 13% über dem Europäischen CO2-Durschnitt) weiter vergrössert haben.

Ohne einen umfangreichen Elektrifizierungsschub im 2019 ist die Erreichung der Klima-, Emissions-, Branchen- und Bundesziele utopisch. Wollen wir nicht wieder um Sonderkonditionen und Aufschübe betteln, gilt es diesen Schub in Angriff zu nehmen. Besser heute als morgen.

Zu den Zahlen:

Übersicht Neuzulassungen von Personenwagen mit Alternativantrieben 2018
Die beliebtesten Fahrzeuge und Anbieter 2018
 
 
BMW i3

Beliebtester Steckerfahrzeug-Importeur 2018: BMW