Der Boom des Schweizer Schnellladenetzes

Wochenkommentar von Krispin Romang (15.06.2017)

Die berüchtigte Steckerdiskussion begleitet die Elektromobilität seit Jahren. Verschiedene Formate, Schnittstellen und auf diesen unterschiedlichen Systemen basierende Geschäftsmodelle sind ein Zeichen der Marktentwicklung. Der Schnelllademarkt durchlebt derzeit eine Phase der Ausdifferenzierung. Grundsätzlich wird ständig mit höherer Leistung geladen. Je nach Anbieter jedoch in unterschiedlichen Kilowattleistungen und mit sich differenzierenden Systemen.

Die nun entstandene Vielfalt sind ein Zeichen der Prosperität des Marktes. Verschiedene Treiber entwickeln neuere, bessere, zukunftsfähigere Systeme und legen dadurch den Grundstein zur Investitionsbereitschaft der verschiedenen Anbieter von Ladestationen. Dies ist insbesondere in der Schweiz von zentraler Bedeutung. Denn ohne staatliche Förderung und eben ohne diese Vielfalt wäre der noch vor wenigen Monaten undenkbare Schnellladestationsbauboom nicht möglich. Und so verzeichnet die Schweiz im Wochentakt Neueröffnungen von Schnellladestandorten. Wir hatten bereits per Ende 2016 eines der dichtesten Schnellladenetze in Europa. Der Vormarsch im internationalen Ländervergleich wird sich auch dieses Jahr weiter fortsetzen.

Mit EVite hat Swiss eMobility bereits 2012 den Grundstein dieser Entwicklung gelegt. Die Idee, privatfinanzierte, unabhängige und unterschiedliche Systeme durch eine möglichst identische Nutzung zusammenführen zu lassen, erscheint mehr denn je zukunftsfähig. Die Elektromobilität steht kurz vor der Produktelancierung der nächsten Generation von Steckerautos. Diese haben mehr Reichweite und dadurch auch grössere Batterien. Die Markteinführung dieser Fahrzeuge beflügeln den Ausbau des Schnellladenetzes ebenfalls. Und es entspricht der ökonomischen Logik, dass die Schnellladestationen vor allem den jeweiligen Investitionsinteressen entsprechen.

Derzeit gehen verschiedene Studien davon aus, dass die Bereitschaft zum Kauf eines Elektroautos anstelle eines herkömmlichen Verbrenners stark zunimmt. Für die Entwicklung der Elektromobilität ist es deshalb gerade jetzt von zentraler Bedeutung, dass wir auf Koexistenz der Ladesysteme setzen. Nur so kann den Elektromobilisten die Verunsicherung in Sachen Laden genommen werden. Die Schnellladestandorte müssen darauf ausgerichtet sein, dass heute diskriminierungsfrei geladen werden kann und morgen Anpassungen möglich sind, falls dies aus technischer Sicht nötig werden sollte. Swiss eMobility setzt sich deshalb dafür ein, dass Schnellladen an strategisch wichtigen Standorten für alle möglich sein sollte. Und ganz nach dem ursprünglichen EVite-Grundsatz diskriminierungsfrei.