Trends: Electro Up, Diesel down.

Wochenkommentar von Krispin Romang (29.05.2017)

Das Rennen um die zukünftige Vorherrschaft bei den Antriebsarten beschäftigt die Autoszene. Trends und Prognosen rund um das Auto von Morgen erscheinen mittlerweile im Wochentakt: Jüngst haben UBS-Analysten den Schraubenzieher in die Hand genommen und einen Chevy Bolt auseinandergenommen. Sie fanden dabei folgendes heraus:

  • es gibt nur drei bewegliche Teile beim Antrieb des Bolt (beim Golf sind es rund 110)
  • die Produktionskosten dürften 4‘600.- $ tiefer liegen als ursprünglich angenommen 
  • das Kostenreduktionspotenzial bei der Herstellung ist weiterhin gross
  • aufgrund noch fehlender Skaleneffekte wird der Verlust pro Fahrzeug beim Verkauf vorderhand 7‘400.-$ betragen

Die Kostenparität zu einem vergleichbaren Verbrenner dürfte früher erreicht werden als bisher angenommen. Mit der Vollkostenrechnung für den Käufer ab 2018. Für die Auto-OEMs berechnet die Investmentbank Profite ab 2023, beginnend bei rund 5%.
Die UBS-Analysten bezeichnen das Elektroauto als dass „disruptivste“ Fahrzeug seit dem T-Model von Ford und korrigierten die bisherigen Voraussagen in Sachen Marktanteile um +50% (neu 14% Neuverkäufe mit elektrischem Antrieb für 2025).

Den umgekehrten Weg der Trendspirale scheint der Diesler zu gehen, respektive zu fallen: Volvo hat angekündigt, die Entwicklung des Dieselmotors vollständig einzustellen. Selbst der Deutsche Autopapst Ferdinand Dudenhöffer malt schwarz für den einstigen Vorzeigetreibstoff. Der saubere Dieseltreibstoff sei eine Mogelpackung und klimaunfreundlich. Dudenhöffer fordert deshalb: „Schluss damit!“ Wiederum die UBS gibt dem Diesel noch zehn Jahre. Danach werde der Diesel „fast vollständig verschwunden sein“.