2017: Zunahme bei den CO2-Emissionen der Neuwagen

Zum ersten Mal in diesem Jahrtausend haben die CO2-Emissionen der neuzugelassenen Fahrzeuge wieder zugenommen! Diese Zunahme unterstreicht die Dringlichkeit eines beschleunigten Marktwachstums klimafreundlicherer und energieeffizienterer elektrischer Antriebe. Ohne eine elektromobile Verkehrswende wird der MIV seinen Beitrag zur Erreichung der Schweizer Klimaziele nicht leisten können.

Die durchschnittlichen CO2-Emissionen lagen 2017 bei 134.1 g CO2/km und somit 0.4% höher als im Vorjahr. Mit dieser Entwicklung liegt die Schweiz exakt im Trend: auch in der EU stiegen 2017 die CO2-Emissionen um 0.4% auf 118.5 g CO2/km. Dabei liegen die Werte der EU nach wie vor rund 13% unter den Schweizer Werten. Nur die Zunahme der rein oder teilweise elektrisch betriebenen Neufahrzeuge verhinderten in der Schweiz und der EU ein noch schlechteres Ergebnis.

Dazu Jörg Beckmann, Geschäftsführer von Swiss eMobility: „Dies ist eine alarmierende Entwicklung. Wir laufen Gefahr, ohne zusätzliche Fördermassnahmen an der Zielerreichung für 2021 (95g CO2/km) kläglich zu scheitern. Bei einer linearen Entwicklung wäre eine Reduktion von rund 10 Gramm nötig gewesen“.

Angesichts des seit diesem Jahr geltenden Schweizer Elektromobilitätsziels, einen 15%-igen Anteil von Steckerfahrzeugen bei den Neuverkäufen bis 2022 zu erreichen, müssen nun den Worten Taten folgen. Eine gross angelegte, nationale E-Offensive, die den Namen auch verdient, ist zwingend notwendig. Deren Inhalte könnten sein: Anreize beim Kauf von energieeffizienten und emissionsarmen Fahrzeugen auf Basis eines Bonus/Malus-Systems, rasche Ausrichtung der Gesetzesgrundlagen auf die Elektrifizierung unserer Individualmobilität und substantielle Förderung des Schweizer Ladenetzes. Diese Massnahmen sind einzig auf die alltagstauglichste und zukunftsfähigste Technologie auszurichten – den batterieelektrischen Antrieb.

Eine unmittelbare Möglichkeit, der Elektrifizierung des Schweizer Strassenverkehrs auf die Sprünge zu helfen, bietet sich jetzt mit der Totalrevision des CO2-Gesetzes. Bis dato ist dem vorliegenden Entwurf zur Förderung der Elektromobilität jedoch nichts zu entnehmen. Will der Schweizer Verkehrssektor ins Finale und mit Norwegen um die elektromobile Weltweisterschaft wetteifern um Klima-Champion zu werden, sind neben ambitiösen Zielen nun auch wirkungsstarke Massnahmen gefordert.

Die Geschäftsstelle von Swiss eMobility


Link: Verbrauch von neuen Personenwagen lag 2017 bei 5.87 Liter pro 100 Kilometer (BFE)

Link: Gemeinsame Roadmap zur Förderung der Elektromobilität (BFE)