Umweltbilanzierung erneut ohne Elektromobilität

Kommentar von Krispin Romang, stv. Geschäftsführer Swiss eMobility

Alle Jahre wieder werden die auf dem Schweizer Markt erhältlichen Autos was ihre Ökobilanz angeht auf Herz und Nieren geprüft. Damit soll der Autokäufer über den Verbrauch, die Energieeffizienz und die CO2-Bilanz des jeweiligen Fahrzeugs informiert werden. Das einzig probate Mittel zur Beurteilung der Ökobilanz ist die Energieetikette des Bundesamt für Energie (BFE). Per 2017 wurde diese richtigerweise dahingehend angepasst, dass bei sämtlichen Antriebstechnologien - und nicht nur beim Elektroauto - die CO2-Emissionen aus der Treibstoff- und/oder der Strombereitstellung angegeben werden müssen. Somit ist die Grundlage geschaffen, dass sämtliche Antriebsarten miteinander verglichen werden können.

Leider wird diese Vergleichsmöglichkeit bei der Autoumweltliste des VCS nach wie vor ignoriert. Die Elektroautos werden, wie gehabt, auf einer separaten Liste geführt. Begründet wird dieses Vorgehen mit „fehlenden seriösen Ausgangsdaten und Berechnungsmethoden“. Die Datengrundlage für den Schweizer Strom allerdings ist solid und unbestritten. Und es stellt sich die Frage, wieso die vorliegenden Ausgangsdaten dem BFE seriös genug erscheinen um im Namen des Bundes verwendet zu werden. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen enthält der VCS dem Autokäufer diese Informationen vor und wird somit einmal mehr zum Werbeträger für fossile Energie. Nachdem 2015 die Rückkehr der Dieselautos in den Kreis der ökologischsten Fahrzeuge angekündigt wurde, finden sich in diesem Jahr wiederum vor allem Erdgasfahrzeuge auf den vordersten Rängen. Eine konsumentenfreundliche, neutrale Umweltbilanzierung im Sinne und Interesse einer nachhaltigen Mobilität sieht anders aus. Denn schliesslich ist das Ziel, den CO2-Ausstoss zu senken, und dafür braucht es dringendst deutlich mehr Elektroautos, denn ohne diese geht es nachweislich nicht. Es ist deshalb unverständlich, dass sich in der Autoumweltbilanz die verschiedenen Antriebsarten dem Vergleich mit der Elektromobilität nicht stellen müssen.

Wenn Sie die verschiedenen Antriebsarten miteinander vergleichen möchten, hilft Ihnen der Verbrauchskatalog von TCS und Energieschweiz weiter. Beim „VW UP“ sieht der Vergleich übrigens wie folgt aus:

Strom:
VW UP e-up!

10g CO2/km (inklusive Emissionen aus der Treibstoff- und/oder der Strombereitstellung)
1.4 l/100km Benzinäquivalent
Effizienzkategorie A

 

Erdgas (CNG):
VW UP 1.0 MPI BMT eco up! move up!

92g CO2/km (inklusive Emissionen aus der Treibstoff- und/oder der Strombereitstellung)
4.7 l/100km Benzinäquivalent
Effizienzkategorie A

 

Benzin:
VW UP 1.0 MPI BMT move up! ASG

116g CO2/km (inklusive Emissionen aus der Treibstoff- und/oder der Strombereitstellung)
4.1 l/100km Normverbrauch
Effizienzkategorie B