Indikatoren der Elektromobilität

Kommentar von Krispin Romang, stv. Geschäftsführer Swiss eMobility

Die Nachfrage nach Absatzzahlen reisst nicht ab. Wie viele Elektrofahrzeuge wurden im letzten Quartal verkauft? Liegen wir derzeit unter oder über zwei Prozent Neuzulassungen für Stromer? Solche und ähnliche Fragen gehen bei uns regelmässig ein. Natürlich geben aktuelle Zahlen eine Vorstellung, wie und wohin sich der Automarkt entwickelt. Sie messen aber nur den derzeitigen Puls. Für einen mittel- und langfristigen Ausblick auf Entwicklungen sind sie ein unzureichender Indikator.

Dafür sind andere Anhaltspunkte aussagekräftiger. Ein Blick auf die Aussagen der Branchenakteure zeigen den Weg der Elektromobilität viel klarer auf als die aktuellen Absatzzahlen. Alleine am vergangen Dienstag wurden folgende Meldungen publiziert: Porsche verdoppelt sein Engagement in die Elektromobilität von 3 auf 6 Milliarden Euro bis 2022. Die Mission-E soll ab 2019 am Start stehen. Danach soll in allen Segmenten Elektrifiziert werden. Nissan gab am selben Tag bekannt, auf den chinesischen Markt gerichtet 7,6 Milliarden in die Elektromobilität zu investieren und bis 2022 bis zu 20 elektrische Modelle anzubieten Damit soll die Dominanz von GM und VW auf dem chinesischen Automarkt gebrochen werden. Dass China voll und ganz auf die Elektromobilität setzt, steht mittlerweile ausser Frage. Und von rund 90 Millionen Autos, die weltweit jährlich verkauft werden, fährt jedes Dritte auf chinesischen Strassen. Ob dieser Ankündigungen ist fast untergegangen, dass gleichentags auch Aston Martin bekannt gab, rund 730 Millionen Euro in die Elektromobilität zu investieren. Davor hatten bereits Ford (9 Milliarden Euro), Volkswagen (20 Milliarden Euro) wie auch weitere Akteure aus der Autobranche massives Engagement in die Elektromobilität bekanntgegeben.

Investitionen müssen sich auszahlen. Die angekündigten Summen sind nicht Bestandteil einer Image-Kampagne und entstammen nicht mehr aus dem Marketingbudget. Sie sind ein klares Bekenntnis der Autobranche hin zur Elektromobilität. In wenigen Monaten stehen viel mehr elektrische Fahrzeuge als heute in den Verkaufsregalen. Und diese wollen dann verkauft werden. Niemand wird sich dann noch interessieren, ob im ersten Quartal 2018 der Absatz von Elektroautos knapp unter oder knapp über zwei Prozent lag.