6. Kongress Schweizer Forum Elektromobilität - Sybille Suter im Interview

Sybille Suter

Am 7. und 8. Dezember 2015 findet zum sechsten Mal der Kongress des Schweizer Forums Elektromobilität in der PostFinance-Arena in Bern statt. Zeit, Sybille Suter, die seit 2008 bei der Mobilitätsakademie AG arbeitet und für den Kongress mitverantwortlich ist, ein paar Fragen zu stellen. 

Sybille Suter, wie haben Sie vor sechs Jahren mit dem Kongress angefangen und wie hat er sich seither entwickelt?

Anfangs etwas belächelt, hat sich der Kongress als Gipfeltreffen der Elektromobilitätswirtschaft, -politik und –forschung etabliert, als Impulsgeber in der Branche und Diskurstreiber für die Weiterentwicklung der eMobilität. Getragen vom Bundesamt für Strassen und dem Touring Club Schweiz, hatten wir jedes Jahr den Anspruch, realistische Perspektiven der Elektromobilität aufzuzeigen. Angefangen mit der «Charta von Luzern» (Absichtserklärung), dem «Luzern Challenge» (Belegung von Praxisbeispielen) und der «Road Map Elektromobilität» (konkrete Zielformulierungen). Diese «Instrumente» waren auch ein Appell an die Politik, den Schweizer Verkehrsmarkt so zu gestalten, dass die eMobilität ein Teil einer multimodalen, vernetzen Mobilität wird. 2012 wurde diese zentrale und langfristige Aufgabe in verdankenswerter Weise vom Verband Swiss eMobility übernommen.

Sie haben die unterschiedlichen Branchen mit ihren verschiedenen Bedürfnissen angesprochen. Wie kriegen Sie diese beim Kongress alle unter einen Hut?

Die Elektromobilität muss, wie viele andere Mobilitätsformen auch, branchenübergreifend betrachtet werden. Deshalb gilt es, die bisher klassischerweise getrennten Teilsysteme Fahrzeug, Verkehr und Energie, beispielsweise beim Thema Laden der eFahrzeuge, verstärkt zu vernetzen. In diesem Zusammenhang markiert der Kongress jene Themen, die aktuell in der Branche diskutiert werden. Wir setzen dabei auf Vorträge im Plenum (z.B. zur Formel E oder zu Mobilität x.0: Die Zukunft der Bewegung), auf parallele Sessions (z.B. zu Zwei- und Dreirädern, Nutzfahrzeugen, Ladeinfrastruktur oder Elektrifizierung der Flotten) und auf innovative Vortragsformate wie "one slide only" oder "pecha kucha". Jedes Jahr wagen wir mit einem Gastland den Blick über den Schweizerischen Tellerrand. Dieses Jahr mit Deutschland, das europaweit über eine Spitzenposition im Elektromobilitätsmarkt verfügen will. Und da wir auf dem Kongress nicht eine «interne» Diskussion unter eFreunden haben möchten, laden wir für die Podiumsdiskussion auch Gäste ein, die der Elektromobilität kritisch gegenüberstehen. Ein Blick ins Programm lohnt sich also! 

Was sind die Ziele des Kongresses? Was muss herauskommen, damit Sie die Arbeit daran für sich als erfolgreich bezeichnen würden?

Für mich gibt es zwei Ziele: Auf der politischen Ebene wünsche ich mir, dass die Bedeutung der Elektromobilität deutlicher und konkreter wird, so wie der Verband Swiss eMobility dies mit seinem Massnahmeplan «via electra» vorsieht. Die Handlungsempfehlungen sind ausformuliert, der Ball liegt jetzt bei der Politik. Das zweite Ziel ist es, dass der Kongress eine tolle Veranstaltung wird, mit interessanten Persönlichkeiten, fesselnden Vorträgen und innovativen Ideen für den Strassenverkehr von morgen.

Zum Schluss noch eine ganz pragmatische Frage: Was habe ich denn davon, wenn ich als Mitglied des Verbandes den Kongress besuche – abgesehen vom Sightseeing in Bern?

Als Verbandsmitglied profitieren Sie von einem vergünstigten Eintritt. Sie treffen auf dem Kongress Gleichgesinnte und können sich mit ihnen darüber austauschen, wie Sie die eigene und die gemeinsame Arbeit weiterentwickeln können. Die Elektromobilitätsbranche verfügt über eine hohe Dynamik und wartet regelmässig mit Modifikationen, Verbesserungen, Varianten, neuen Herstellern, neuen Kunden und neuen Interessierte auf. Dank einer Mitgliedschaft beim Verband Swiss eMobility bleiben Sie am Ball! Selbstverständlich haben Sie auch die Gelegenheit, mit politischen Entscheidungsträgern darüber zu diskutieren, wie die Zukunft der Elektromobilität aussehen könnte. Setzen Sie sich direkt für Ihre Interessen und Anliegen ein und fühlen der Wirtschaftspolitik den Puls. Glauben Sie mir: Eine Teilnahme am Kongress des Schweizer Forum Elektromobilität zahlt sich aus!

Vielen Dank für das Gespräch!

Interview: Christina Haas, stv. Geschäftsführerin Swiss eMobility