Klarheit über die Umweltauswirkungen der Elektromobilität

Verschiedene Presseartikel haben rund um die Jahreswende Artikel über eine Aktualisierung einer bestehenden Studie im Auftrag des BAFU zur Umweltbilanz der Elektromobilität publiziert. Kritische Betrachtungen zu den Umweltauswirkungen unserer Mobilität sind wichtig. Damit solche Erhebungen aussagekräftig sind und Wissen statt Unsicherheit vermitteln, müssen folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Analysen sind auf aktuellen Erhebungen und Daten aufzubauen. Auf die Wiederverwendung von älteren Daten (oder Annahmen), auch bei Reviews von Studien, ist zu verzichten.
  • Ebenso wichtig wie die Retrospektive ist die Erfassung des zukünftigen Reduktionspotentiales von Emissionen und die Einsparung von Energie einer Antriebstechnologie. Insbesondere die Herstellung von Elektroautobatterien mit regenerativen Strom muss berücksichtigt werden.
  • Die Vergleichbarkeit der verschiedenen Antriebssysteme muss in einer Studie gewährleistet und einfach verständlich dargestellt werden.
  • Die Verwendung der durchschnittlichen CO2-Emissionen von Produktionsländern von Elektroautobatterien (Strommix) ist unzureichend. Zu verwenden sind CO2-Emissionen der Produktionsunternehmen, welche die Batterien für die in der Schweiz erhältlichen Fahrzeuge herstellen. 
  • Die Lebensdauer der Elektroautobatterien sind nach den reellen Batterieaustauschzyklen der in der Schweiz immatrikulierten Fahrzeugen zu berechnen. Mit einzubeziehen sind die technologischen Entwicklungen der Batterien.
  • Die Weiterverwendung von Elektroautobatterien nach der Einsatzdauer im Fahrzeug, bspw. als Zwischenspeicherung von dezentral produziertem Strom (sog. „SecondLife“-Anwendung) tragen wesentlich zu einer verbesserten Umweltbilanz eines Elektroautos bei. Diesem Umstand ist bei der Ökobilanzierung Rechnung zu tragen.


Diese Punkte wurden bei der angesprochenen Studie nicht oder ungenügend berücksichtigt. Swiss eMobility verlangt deshalb eine Überarbeitung der Studie.

Jürg Grossen , Präsident Swiss eMobility

 
 
Jürg Grossen

 Jürg Grossen                   Präsident Swiss eMobility