Volvofizierung: ab 2019 nur noch mit Strom

Kommentar von Dr. Jörg Beckmann, Geschäftsführer von Swiss eMobility

Bislang galt der schwedische Traditionskonzern in chinesischer Hand nicht als Anwärter auf eine „Pole Position“ im Rennen um die elektromobile Vorreiterrolle in einer vom Verbrennungsmotor geprägten Autoindustrie, konnte Volvo doch bislang mit keinem vollelektrischen Modell belegen, dass der Konzern auf dem Weg ist in eine dekarbonisierte Mobilitätszukunft. Während etablierte OEM’s wie Nissan und BMW mit rein batterieelektrischen Fahrzeugen schon seit ein paar Jahren Pionierarbeit leisten, indem sie öffentlichkeitswirksam, technisch wegweisend und kundennah den Einstieg in die eMobilität ermöglichen, hielten sich die Schweden mit robusten Plug-In-Modellen vornehm zurück.

Doch nun sind die Würfel in Göteborg gefallen und Volvo verkündigt den Ausstieg aus einer rein verbrennungsmotorischen Mobilität und verspricht ab 2019 nur noch Fahrzeuge, die (auch) mit Strom fahren auf den Markt zu bringen. Bravo!

Diese Ankündigung wird kaum grosse Schockwellen durch eine von Luftschadstoffen und Treibhausgasen eingenebelte Industrie senden, herrscht mittlerweile ohnehin Konsens darüber, dass die Zukunft des Autos elektrisch ist. Nur richtig ernst hat bis dato eben noch niemand gemacht. Bei Volvo wird die Zukunft nun zur Gegenwart und macht vor allem eines deutlich: wie vollwertig und alltagstauglich elektrisch angetriebene oder unterstützte Autos bereits heute sind und wie ausnahmslos klimaschädliche Benzin-, Diesel- und Gasfahrzeuge bereits jetzt durch eAutos ersetzbar sind.

Was Volvo’s Ankündigung darüber hinaus zeigt, ist, dass politische Forderungen nach einem Zulassungsgebot für emissionsfreie um 2025 oder 2030 einerseits technisch absolut machbar sind und andererseits unternehmerisch kaum mehr ein Problem darstellen – sind einige OEMs scheinbar mit ihren Plänen gegenüber solchen Forderungen doch schon meilenweit voraus. So ist denn Volvo’s eigentliche Botschaft an die Autowelt auch: „Change will never be so slow again!“