Bessere Voraussetzungen für Schnellladestationen entlang der Nationalstrassen

Kommentar von Krispin Romang, stv. Geschäftsführer Swiss eMobility

Im Oktober 2014 wurde auf Bestreben von Swiss eMobility von der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrats ein Postulat eingereicht, welches die notwendigen Voraussetzungen für den raschen Aufbau eines Schnellladenetzes auf Schweizer Nationalstrassen fordert. Im Fokus standen Standorte auf Raststätten wie auch auf Rastplätzen. Anders als bei unseren Europäischen Nachbarn wird das Schweizer Schnellladenetz ausschliesslich privat finanziert. Deshalb sind investitionsfreundliche Rahmenbedingungen für den Auf- und Ausbau unumgänglich.
Fast drei Jahre nach dem Einreichen des Postulats zeichnet sich nun ab, dass die Schweiz der Forderung von Swiss eMobility folgt. Mit der Annahme des Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrs-Fonds (NAF) wird voraussichtlich auf den 1. Januar 2018 die Möglichkeit geschaffen, auch auf Rastplätzen Schnellladestationen zu errichten. Nun hat der Bundesrat nachgelegt: Nebst dem angekündigten Bewerbungsverfahren soll der Bund darum besorgt sein, die notwendige Stromversorgung und die entsprechenden Anschlüsse zur Verfügung zu stellen.
Swiss eMobility begrüsst diese Ankündigung. Dieser Schritt ist für das Schweizer Schnellladenetz aus folgenden Gründen von zentraler Bedeutung:

  • Rastplätze stehen unter nationaler Hoheit. Die betrieblichen Rahmenbedingungen sind dadurch für potenzielle Investoren attraktiver als dies auf den kantonalen Raststätten der Fall ist. Betreiber haben die Möglichkeit, gleichzeitig in mehrere Standorte zu investieren und es gibt keine Verpflichtungen wegen bestehender Konzessionsverträge.
  • Durch das öffentliche Bewerbungsverfahren kann die Schaffung von vollumfänglich diskriminierungsfreien Stationen gewährleistet werden.
  • Die eingeschränkten Platzverhältnisse auf verschiedenen Raststätten erschweren oder verhindern die Erstellung von Schnellladeplätzen in ausreichender Anzahl. Durch die Möglichkeit, Schnellladestationen auf Rastplätzen zu erstellen, wird die notwendige Ladestationsdichte dennoch sichergestellt.
  • Nur eine ausreichende Dichte an Schnellladestationen entlang des Nationalstrassennetzes verhindert, dass Durchreisende für den Ladevorgang die Autobahn verlassen müssen.
  • Erst mit der Tatsache, dass die Stromversorgung und die Anschlüsse garantiert sind, wird sichergestellt, dass die Schnellladestationen auf Rastplätzen privat finanziert werden können. So muss sich der Bund weiterhin nicht an der Finanzierung von Infrastrukturen beteiligen, kann aber die erklärten energie- und klimapolitischen Ziele durch die Förderung einer beschleunigten Marktdurchdringung der Steckerfahrzeuge erreichen.