Stellungnahme zum Artikel "Der Tesla-Trugschluss"

Der Verband Swiss eMobility hält den Artikel „Der Tesla-Trugschluss“ für tendenziös, wenig ausgewogen und unfair. Der Verband hätte sich gewünscht, dass das Thema differenzierter beleuchtet wird. 

Die Kritik beruht auf folgenden Punkten: 

1) Im Artikel werden die Vorteile der Elektromobilität vollends ausgeblendet, wie etwa die Tatsache, dass die Elektromobilität die Unabhängigkeit von fossilen Ressourcen fördert. Mehr als 50 Prozent des Endenergieverbrauchs der Schweiz entfällt auf Erdölprodukte, darunter 34 Prozent auf Treibstoffe (vgl. hierzu die SIPER-Studie (http://www.energiestiftung.ch/files/pdf/ses-studie_fossile_schweiz-2014.pdf)). Auch stossen eAutos keine gesundheitsschädlichen Abgase aus. Stickoxide, die sich negativ auf die Atemwege auswirken und Asthma verursachen, kommen von Verbrennungsmotoren. Die Elektroautos verursachen zudem weniger Lärm als herkömmliche Autos.

2) Im Artikel steht, dass beim Elektrofahrzeug die Umweltbelastung insbesondere in der Stromproduktion und bei der Herstellung der Akkus anfällt, während bei einem Verbrennungsmotor der Ausstoss beim Fahren am grössten ist. Das ist zwar richtig, jedoch kommen auch beim Verbrennungsauto Emissionen hinzu, die in der Produktionskette des fossilen Treibstoffs entstehen: bei der Förderung des Erdöls, beim Transport, in den Raffinerien und bei der Fahrt zur Tankstelle. Je nach Berechnungsgrundlage muss man rund 20 Prozent addieren. Der Vergleich hinkt auch, weil der Wert bei der Elektromobilität stark variiert, abhängig davon, ob das Elektroauto mit sauberem Strom oder Kohlestrom betrieben wird. Wichtig scheint Swiss eMobility hier zu betonen, dass – auch wenn der Elektromotor nur leichte Umweltvorteile hat - der Elektroautofahrer selber entscheiden kann, welchen Strom er für den Betrieb seines Elektroautos möchte und wie sauber dieses dann unterwegs ist – Tesla zum Beispiel kauft nur Grünstrom ein. 

3) Verschiedene Organisationen und Institutionen, wie zum Beispiel das deutsche Ökoinstitut, sind in diversen Studien zu einem anderen Ergebnis gekommen, als was die im Artikel erwähnte Studie aussagt. Im Artikel werden aber etwas positiver lautende Aussagen leider nicht berücksichtigt. Es fällt zudem auf, dass im vorliegenden Artikel nur Vertreter von verbrennungsmotoraffinen Institutionen zu Wort kommen, Gegenstimmen fehlen gänzlich. Erwähnenswert wäre zum Beispiel gewesen, dass sich auch das Elektroauto weiter verbessern wird (nicht nur so, wie dies Herr Prof. Onder für den Verbrennungsmotor voraussagt), etwa durch weniger Material bei der Batterie, höhere Energiedichte und einen steigenden Anteil erneuerbarer Energien im Strommix. So werden auch bei konservativer Schätzung die Emissionen bei der Batterieproduktion bis 2020 auf die Hälfte und bis 2030 auf einen Drittel des heutigen Wertes sinken.

Aus Sicht von Swiss eMobility ist es unschön, wie im Artikel systematisch Aussagen gemacht werden, die in der Endabrechnung ein möglichst schlechtes Ergebnis für das Elektroauto liefern, bzw. konkret für die Batterie und den Strommix. Der Leser hätte die Chance verdient, sich selber eine Meinung bilden zu dürfen. Der Verband Swiss eMobility und die ihn unterstützenden Mitglieder sind der Meinung, dass die Elektromobilität eine Lösung für die Erreichung der umweltpolitische Zielsetzung ist und es sich lohnen würde, ebenfalls die Vorteile dieser neuen Antriebsart zu thematisieren.

Kontakt:
Dr. Jörg Beckmann, Geschäftsführer von Swiss eMobility
info@swiss-emobility.ch

 
 

diskutieren sie mit am

Kongress