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2026

Quartalsrapport Q1

Jahresrapport Q1 2026

eLKWs auf Kurs, eAutos stabil – Befreiung von Abgaben mach den Unterschied

Die Elektromobilität in der Schweiz startet stabil ins Jahr 2026. Es gibt jedoch einen bemerkenswerten Unterschied: Während sich der Anteil batterieelektrischer Personenwagen im ersten Quartal 2026 bei 21.7% (+ 1.2% zum Vorjahr) stabilisiert, erreicht der Schwerverkehr bereits einen Anteil von 24.3% elektrischen Neuzulassungen (+ 10% zum Vorjahr).

Diese Entwicklung ist kein Zufall. Sie zeigt deutlich, dass klare und gezielte politische Rahmenbedingungen wirken. Insbesondere die Befreiung von der LSVA für elektrische Lastwagen setzt im Schwerverkehr Investitionsanreize und fördert die Bereitschaft zum innovativen Wandel. Gleichzeitig verdeutlicht der Blick auf die Kantone, dass auch steuerliche Massnahmen im Personenwagenmarkt Wirkung entfalten.


So weist der Kanton Solothurn mit einem BEV-Anteil von 30.4% den höchsten Wert der Schweiz auf. Ein zentraler Faktor: die Befreiung von der Motorfahrzeugsteuer für Elektrofahrzeuge. Dieses Beispiel zeigt, dass Abgaben- und Steuererleichterungen im Markthochlauf ein effizientes und gleichzeitig finanziell tragbares Förderinstrument sind, da der Anteil elektrischer Fahrzeuge im Bestand noch zu gering ist, um die öffentlichen Einnahmen wesentlich zu beeinflussen.

Personenwagen: Markt stabilisiert sich, Zielwerte werden jedoch nicht erreicht

Im ersten Quartal 2026 wurden in der Schweiz insgesamt 52’845 neue Personenwagen zugelassen. Davon entfielen 11’467 auf batterieelektrische Fahrzeuge, was einem Anteil von 21.7% entspricht.
Zusätzlich wurden 6’359 Plug-in Hybride neu immatrikuliert. Damit liegt der Anteil von Fahrzeugen mit Stecker insgesamt bei rund einem Drittel des Marktes.
Die Zahlen zeigen: Die Elektromobilität etabliert sich weiter, der Markt befindet sich jedoch in einer Phase der Konsolidierung.

Modellmarkt: Zunehmende Vielfalt verbessert Angebot und Wettbewerb

Die Entwicklung im Modellmarkt unterstreicht die zunehmende Reife des Angebots. Die meistverkauften Elektroautos im ersten Quartal sind:

  • Škoda Enyaq (767 Fahrzeuge)

  • Škoda Elroq (761 Fahrzeuge)

  • Tesla Model Y (574 Fahrzeuge)

  • Volvo EX30 (413 Fahrzeuge)

  • Audi Q4 e-tron (409 Fahrzeuge)

Auffällig ist die zunehmende Vielfalt: Neue Modelle etablieren sich rasch, während sich die Marktanteile auf mehrere Hersteller verteilen. Der Wettbewerb nimmt zu, dies ist ein wichtiges Signal für die weitere Marktentwicklung.

Regionale Unterschiede bleiben deutlich, lokale Faktoren entscheidend für Marktentwicklung

Trotz der positiven Entwicklung bestehen weiterhin deutliche Unterschiede zwischen den Kantonen. Neben Solothurn (30.4%) gehören auch Zürich (29.1%) und Luzern (28.7%) zu den Spitzenreitern. Am anderen Ende der Skala liegen das Tessin (12.6%) und Genf (14.1%).
Diese Differenzen zeigen, dass lokale Rahmenbedingungen weiterhin entscheidend sind, insbesondere steuerliche Anreize, Ladeinfrastruktur sowie die Zusammensetzung des Fahrzeugbestands, etwa der Anteil von Pendler- und Firmenfahrzeugen.

Schwerverkehr: LSVA-Befreiung zeigt klare Wirkung auf die Elektromobilität

Im Schwerverkehr zeigt sich die Wirkung politischer Instrumente besonders deutlich. Von 4’475 neu zugelassenen schweren Fahrzeugen im ersten Quartal 2026 sind 1’087 elektrisch unterwegs – ein Anteil von 24.3%.

Dies ist ein starkes Signal: Wo klare wirtschaftliche Anreize bestehen, setzt die Transformation rasch ein. Die LSVA-Befreiung für elektrische Lastwagen reduziert die Betriebskosten erheblich und schafft Planungssicherheit für Unternehmen. Dies ist ein entscheidender Faktor für Investitionsentscheide im Logistikbereich.

Gerade vor diesem Hintergrund ist es zentral, dass die LSVA für elektrische Lastwagen wie ursprünglich vom Bundesrat vorgesehen erst ab 2031 schrittweise (Phasing-In) eingeführt wird. Eine frühere Einführung, wie aktuell diskutiert bereits ab 2029, würde die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich verschlechtern und hätte voraussichtlich eine spürbar negative Wirkung auf den Markthochlauf von elektrischen Lastwagen.

Einordnung: Politische Rahmenbedingungen zeigen messbare Wirkung im Markthochlauf

Die aktuellen Zahlen zeigen deutlich:
Die Elektromobilität entwickelt sich dort besonders dynamisch, wo klare und verlässliche Rahmenbedingungen bestehen.
  • Im Schwerverkehr beschleunigt die LSVA-Befreiung die Elektrifizierung
  • Im Personenwagenmarkt zeigen kantonale Steuererleichterungen messbare Wirkung
Gerade in der aktuellen Phase des Markthochlaufs sind solche Instrumente besonders effizient: sie setzen gezielte Anreize, ohne die öffentlichen Finanzen stark zu belasten.

Fazit

Die Elektromobilität in der Schweiz bleibt auf Kurs, jedoch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten je nach Segment und Region. Während sich der Personenwagenmarkt stabilisiert, gewinnt der Schwerverkehr an Dynamik. Die Zahlen des ersten Quartals 2026 unterstreichen vor allem eines: gezielte politische Massnahmen sind ein zentraler Erfolgsfaktor für die Elektrifizierung des Verkehrs.