23.01.2020

Die diskriminierende "E-Auto-Ladung" kommt!

eBlog Beitrag von Marco Piffaretti (Elektromobilitätspionier)

Es ist eine Bombe: es hat sich schnell herum gesprochen, dass ab Ende Januar IONITY eine neue, teure Tarifierung -in der Schweiz: 0.79 CHF/KWh - einführen wird. Eine Model3-, oder Jaguar-I-Pace Ladung für 400 km würde dann 55 bis 70 CHF Kosten: mehr als bei einem äquivalentem Verbrenner!

Jedoch ist das gar nicht da schlimmste, denn die Investitionen um ein Schnelladenetz auf zu bauen sind extrem hoch (was auch die Automarken-neutrale Schnelladenetze von z.Bsp. MOVE, AGROLA oder GOFAST sehr gut wissen), wodurch höheren Schnelladetarife gegenüber dem Langsamladen wirtschaftlich gerechtfertigt sind. Der Skandal ist das IONITY eine Diskriminierung betreibt, die der Preisüberwacher interessieren dürfte, denn der Tarif bevorzugt nur die Automarken die an IONITY als Aktionär beteiligt sind, die einzigen die Ihren Käufer Rabatte weitergeben: viel teurer wird Laden für alle Marken, die dem “Konsortium” nicht angehören. Ein Peugeot-, Renault oder OPEL- eFahrer zahlt mehr als doppelt so als ein Audi Fahrer obwohl er den selben CCS-Stecker hat; ein Nissan- oder Mitsubishi-Fahrer kann sogar gar nicht Laden (ja, weil IONITY ist auch betreffend Stecker diskriminierend ist und verlangt von den Standortpartner das keine CHADEMO-Stecker oder ergänzende Ladebetreiber vor Ort toleriert werden, und wenn, dann mit beschränkter Ladeleistung, was übrigens klar gegen die Empfehlungen vom ASTRA verstösst. Genau wie BLICK in seinem Artikel „Diskriminierung auf Schweizer Autobahnen?“ vom 10 Juni 2017 zum ersten Mahl gewarnt hatte!

Dieses verhalten ist auch deswegen fragwürdig, weil IONITY von der EU stark subventioniert ist. Auch die 7 Schweizer IONITY-Standorte sind über EU-Gelder subventioniert! Die Frage ist: ist es legal und akzeptabel dass EU-Subventionen ausserhalb der EU eingesetzt werden, und sich damit wenige Automarken einen Preisverzehrenden Marktvorteil gegenüber den Schweizer Betreiber verschaffen?

Das der VW-Konzern und weitere -primär Deutsche- Autohersteller so etwas aufgleisen, zeugt das die historischen Autohersteller auch in diesem Bereich dem Vorreiter TESLA nachahmen möchten – nur tun sie das leider auf arrogante Weise. Das zeugt auch die für die Masse unnötige Ladeleistung von 350kW, welche ausschliesslich von eAutos benutzt werden können, welche ein extrem teures 1'000-Volt Batteriesystem haben. Sogar der Porsche Taycan wird, besonders wenn die Batterien warm sind (was beim Autobahnfahren logischerweise passiert) diese Ladeleistung bei weitem nicht abrufen können. Die immer wieder zitierten 350 kW haben eher damit zu tun, das die Deutschen mindesten einen Wert vorweisen können, mit dem sie „besser“ als TESLA da stehen!

Solche protektionistische Spielereien dienen der Förderung der Elektromobilität nicht und sollten meiner Meinung nach – mindesten auf dem öffentlichen Boden von Bund, Kantonen und Gemeinden - sofort angepasst oder rückgebaut werden. In der Schweiz interessiert das die Betreiber der luzernischen Neuenkirch oder der Urner Gotthardraststätte leider nicht: sie haben der IONITY diese “rassistische” exklusive Vorteile trotzdem für Jahre zugestanden. Auf den zwei Autobahn-Raststätten in Bellinzona betreibt die AET  - ein Unikum - neben den IONITY Ladesäulen auch GOFAST-Ladesäulen im Franchising Verhältnis; beide mit CCS-Stecker und maximaler Leistung (welche für 500-Volt eAutos etwa 150 kW beträgt): da wird sich bald zeigen welches Angebot die Kunden bevorzugen werden.

Der Trost ist dass in der Schweiz niemand ein eAuto der IONITY-Marken kaufen wird, nur weil IONITY ein Paar Schelladestandorte zu vergünstigten Konditionen anbietet: viel wichtiger für den Kunde wird der Zugang zu den flächendeckenden Betreiber von Schnelladestationen sein, wie zum Marktführer GOFAST, welcher bereits 45 Standorte mit insgesamt 56 Ladesäulen und 282 Ladepunkte zur Verfügung stellt – und wo eine Schnellladung -reservierbar und diskriminierungsfrei - allen Kunden zugänglich gemacht wird, und wo die (100% erneuerbare) Energie für alle den selben Preis hat.

Aber trotz dem: ein klarer Fall für den Preisüberwacher (Kunden-Rabatte nur für Marken des IONITY-Clan) und die WEKO (EU-Subventionen in der Schweiz)!

Artikel im Blick vom 22. Januar 2020

Disclaimer
In unserem eBlog äussern sich ausgewählte Autoren zu aktuellen Themen rund um die Elektromobilität. Der Verband Swiss eMobility nimmt keinerlei Einfluss auf Themenwahl und Inhalte. Meinungen, Prognosen, Einschätzungen zu technischen Lösungen o.ä. müssen nicht der Ansicht des Verbandes entsprechen.
Viel Spass beim Lesen.

von Marco Piffaretti
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